AIRBAG FÜR DIE ARBEITSKRAFT
WIR VERSICHERN DAS HAUS, DAS AUTO, DAS FAHRRAD UND DEN HUND, ABER
DIE EIGENE ARBEITSKRAFT ?
JEDER VIERTE DEUTSCHE VERZICHTET DARAUF – UND DAS IST FÜR VIELE EIN
FOLGENREICHER FEHLER. DENN DIE GESETZLICHE RENTENVERSICHERUNG ZAHLT BEI BERUFSUNFÄHIGKEIT NICHT
MEHR.
Vom
Millionär zum Tellerwäscher. Diese zweifelhafte Karriere kann schneller
wahr werden, als angenommen. Vor allem die nach dem 1.1.1961 Geborenen
gehen im Falle des Falles meist leer aus. Denn die ohnehin schon nicht üppige
Berufsunfähigkeitsrente ist seit dem 1.1.2001 durch die zweistufige
Erwerbsminderungsrente ersetzt worden. Wer heute infolge eines Unfalles
oder einer Krankheit seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, bekommt nur
noch eine Invalidenrente vom Vater Staat, wenn er weniger als drei Stunden
am Tag arbeiten kann. Mit rund 32% des letzten Bruttogehalts kann er den
gewohnten Lebensstandart keinesfalls sichern, geschweige dem eine Familie
ernähren. Wer noch drei bis sechs Stunden täglich arbeiten kann, bekommt
nur noch die halbe Rente.
Die
Krux liegt im Detail: Die Ausbildung, der bisherige Beruf, der Status
spielen keine Rolle mehr – zugemutet wird jeder andere Job, den der
Arbeitsmarkt her gibt. Konkret könnte das bedeuten, dass ein Jurist in
Zukunft als Parkwächter arbeiten muss. Sollte er die Tätigkeit länger
als sechs Stunden ausüben können, bekommt er nicht einen Cent vom Staat.
Die
Gefahr, dass der Ernstfall eintritt, ist immens. Jedes Jahr trifft es
200.000 Arbeitnehmer. Unfälle, Herz-Kreislauf-Probleme, Rückenbeschwerden
und auch immer häufiger
psychische Probleme können zur Berufsaufgabe zwingen. Deshalb empfehlen
Versicherungsexperten, Verbraucherschützer und die
Bundesversicherungsanstalt (BfA) den Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung
(BU) als Schutz vor dem finanziellen Ruin.
Und darauf ist beim Abschluss einer BU-Versicherung zu achten: Die
Höhe der Berufsunfähigkeitsrente sollte sich am Nettoeinkommen
orientieren, damit der Lebensstandart gehalten werden kann. Der Zeitpunkt
des Abschlusses entscheidet über die Höhe der Beiträge. Je jünger man
ist, umso günstiger ist die Police zu haben, und um so leichter ist die Hürde
der Gesundheitsprüfung zu nehmen. Die im Antrag gestellten
Gesundheitsfragen müssen vollständig und korrekt beantwortet, auch
Vorerkrankungen müssen genannt werden. Die Versicherung sollte eine
Laufzeit bis zum Rentenalter haben, also mindestens bis zum 60., besser
bis zum 65 Lebensjahr laufen. Die Versicherung sollte auf jeden Fall ab
dem Vorliegen der Berufsunfähigkeit zahlen, eventuell sogar rückwirkend.
Und das schon ab einem Invaliditätsgrad von 50%.
WIE DAS LEBEN
SO SPIELT ...
Die
letzte Getränkekiste war genau eine zuviel: Der stechende Schmerz erwies
sich als Bandscheibenvorfall. Trotz umfangreicher Maßnahmen bedeutete
dies für den 24-jährigen Hubertus Alberts das Ende seiner Karriere als
angestellter Apotheker. Da er auf Grund seines Bandscheibenschadens auch
keinen anderen Beruf mehr als sechs Stunden ausüben kann, wurde ihm eine
„teilweise Erwerbsminderung“ bescheinigt. Und er hatte Glück im Unglück.
Da er keinen Teilzeitjob angeboten bekam,
bekommt er mittlerweile eine volle Erwerbsminderungsrente. Aber die
1.020 Euro, die er auf der Berechnungsgrundlage seines bisherigen
Bruttogehaltes von 36.000 Euro bekommt, reichen hinten und vorne nicht.
Immerhin geht es ihm besser als dem 36-jährigen Bäckermeister Bernd
Berger. Seit bei ihm eine Mehlunverträglichkeit festgestellt wurde, kann
er seinen Beruf nicht mehr ausüben. Im Gegensatz zu Alberts kann er
theoretisch jedenfalls, jeden anderen Job ausüben. Er bekommt keinen Cent
aus der gesetzlichen Krankenversicherung.