Stiftung
Warentest:
"Banken
denken vor
allem an Reibach statt an
Beratung“
Dem
ES wird immer wieder vorgeworfen, er würde die Banken einfach zu scharf
angreifen. Jetzt Jetzt hat die Stiftung
Warentest, die die Zeitschrift „Finanztest“ herausbringt, einmal
die Bankberatung generell kritisch unter die Lupe genommen.
Dabei
kommt man zu dem niederschmetternden Urteil:
Beim
Umgang mit Geldinstituten ist Misstrauen durchaus angebracht.
Finanzskandale
rund um den Globus haben das Vertrauen in die Börse erschüttert.
Doch
die Gefahren lauern längst nicht mehr nur auf dem Parkett.
Selbst
in der Filiale der Hausbank denkt so mancher Anlageprofi vor allem an
Reibach statt an Beratung.
Dabei
möchte der ES einige Zitate aus unserer Untersuchung der Stiftung
Waretest seinen Lesern aufgrund des allgemeinen Interesses nicht
vorbehalte, wobei wir betonen möchten, dass das „Finanztest“-Resümee
fast wortwörtlich mit früheren Aussagen von uns übereinstimmt.
„Börsenhändler
und Makler
nutzen die Kursschwankungen von Aktien und Optionsscheinen im
Verlauf des Börsentages nämlich gern aus, um für sich selbst zu
billigsten Kuren zu kaufen und den Anlegern die Titel nach Börsenschluss
zu den schlechtesten Kursen ins Depot drücken.
Jeder
Börsenhändler weiß beispielsweise, wann ein Großauftrag
abzuwickeln ist, der den Aktienkurs nachhaltig
beeinflusst. Bei Eröffnung der Börsensitzung kauft er dann die Aktie
vor, um sie später an den Auftraggeber weiterverkaufen zu können - zum höheren
Kurs, versteht sich.
Ein
bis zwei Mark pro Aktie bleiben dabei schon hängen - manchmal bei der
Bank, für die der Händler die Transaktionen als Eigengeschäft verbucht,
manchmal beim Händler - wenn er den Gewinn auf einem unverdächtigen
Konto bei einer anderen Bank für sich verbucht. „Fontrunning“ nennt
man diese unfeine Praxis des Vorkaufes. In den
USA kommen Börsenhändler dafür ins Zuchthaus, bei uns bleiben sie
bislang straffrei, weil ein wirkungsvolles Insidergesetz fehlt.“
Solange
es ein Insidergesetz nicht gebe, müssten Privatanleger sich selbst schützen,
schlussfolgert „Finanztest“.
„Oberstes
Gebot dabei: Dem Rat des Bankexperten nicht blind vertrauen,
sondern sich vor dem Aktien- und Optionsscheinkauf genau informieren,
beispielsweise aktuelle Wirtschafts- und Börsenzeitschriften lesen und
sich - möglichst von verschiedenen Banken - fundamentale Analysen über
die Gewinnentwicklung des Unternehmens geben lassen. Solchermaßen präpariert,
reduziert sich die Gefahr, auf zweifelhafte Anlagetips hereinzufallen, auf
ein Minimum.“
Damit
jedoch nicht genug, heißt es weiter:
„Doch
nicht nur geprellte Spekulanten, die Rat und Hilfe bei ihrer Bank suchen,
befinden sich häufig in der Verliererposition.
Es
ist ein Irrtum vieler Kleinanleger zu glauben, dass ein Bankberater ihnen
unter konkurrierenden Angeboten das günstigste heraussucht. Genau dies
tut ein von der Bank bezahlter Berater jedoch nicht - denn er will vor
allem verkaufen.
Viele
Bank-Filialen bekommen teils täglich, teils wöchentlich von der Zentrale
aufgegeben, welche der zahlreichen Investmentfonds, Sparbriefe, Anleihen
oder Aktien im Verkauf gerade zu forcieren sind.“
Genau
das sagt der ES schon seit Jahren und zentral für die Publizierung dieser
Wahrheit wird er von den Banken so scharf angegriffen.
(Quelle:
Effekten-Spiegel Nr. 49 vom 28.11.1991)
GELDANLAGE:
BANKBERATUNG
Im
Umgang mit Geldinstituten ist Misstrauen durchaus angebracht
Finanzskandale
rund um den Globus haben das Vertrauen in die Börsen erschüttert.
Doch
die Gefahren lauern längst nicht nur auf dem Parkett:
Selbst
in der Filiale der Hausbank denkt so mancher Anlageprofi vor allem an
Reihbach statt an Beratung.
Wer
von Geldanlage keine Ahnung hat, kommt am Rat der Banken kaum vorbei; Es
sei denn, er will sich mit den mageren Zinsen fürs Sparbuch begnügen.
Und das wollen immer weniger. Denn die deutschen sind nicht nur zinsbewusster,
sondern nach langen Jahren wirtschaftlichen Wohlergehens und durch
(Erbschaften auch wohlhabend geworden).
Das
reine Geldvermögen der deutschen in Ost und West erreichte Ende 1990 die
astronomische Summe von 1 Billionen Mark.
Doch auf
dem Markt
die Spreu vom Weizen trennen
zu trennen, fallt gar nicht so leicht. Vor allem passt nicht jeder
Anbieter zum eigenen Geldbeutel und Anlagegeschmack. .