Kapitallebensversicherung
endgültig vor dem Aus?
Jetzt steht fest: Wer weiterzahlt,
ist der Dumme!
Im
N3-Fernsehen (Sendung „Markt im Dritten“) wurde erstmals eine Regel
auf den Kopf gestellt, die seit Bestehen der deutschen
Lebensversicherungen galt: Eine Lebensversicherung, die demnächst abläuft,
soll man bis zum Ende durchhalten, um die hohe „Schlussdividende“
nicht in den Wind zu schreiben. Gerade dieser Schlussgewinnanteil machte
bisher den „größten Schluck aus der Pulle“ bei der KLV aus. Dies war
sozusagen immer ein probates Mittel, um Kunden mit Kündigungsgedanken bei
der Stange zu halten. Wer seinen vertragsgemäßen Ablauf nicht einhielt,
verlor meist den gesamten Schlussgewinn, auch wenn er nur wenige Monate
vor Ablauf kündigte.
Dies
beherzigte unter anderem auch Karl-Heinz Wiese, der sich jetzt vom
Deutschen Ring geschädigt sieht. O-Ton in der TV-Sendung:
Moderatorin:
„Eigentlich
dachte Karl-Heinz Wiese, im Ruhestand hätte er viel Muße. Statt dessen
ärgert er sich nun mit seiner Lebensversicherung rum. Die wurde im Januar
fällig. Im November ein lapidares Schreiben vom Deutschen Ring – die
Auszahlung stehe noch nicht fest. Die schlechte Nachricht kam erst im
Dezember: weniger Geld, als erwartet.“
LV-Geschädigter:
„Die größte
Kritik äußere ich aber an der Undurchschaubarkeit dieser Ablaufleistung.
Sechs Wochen vor Ende der Versicherung, nach 35 Jahren, kann mir der
Versicherungskonzern Deutscher Ring die endgültige Ablaufleistung noch
nicht nennen. Das ist sagenhaft. Erst am 9.12. teilt man mir die
Auszahlungssumme mit, inklusive Überschüsse, kein weiterer Kommentar.“
Moderatorin:
„Mit
88.000 Euro hatte Karl-Heinz Wiese gerechnet. Ausgezahlt bekam er dann
aber gut 5.000 Euro weniger. Sein Pech: Die Police wurde erst 2003 fällig.
Hätte er dagegen vor Ablauf gekündigt, wäre mehr Geld für ihn heraus
gesprungen. Seitdem ständige Briefwechsel mit dem Deutschen Ring. Der
schreibt etwas von Flaute am Kapitalmarkt. Daraus ergebe sich ‚eine
Abweichung Ihrer Ablaufleistung von früheren unverbindlichen
Hochrechnungen.’ Die Aktien sind also schuld, die Versicherung redet
sich raus – mit typischem Fachchinesisch. Bei Karl-Heinz Wiese heißt
es: der Schlussbonus war’s – die gesammelten Überschüsse bei
Vertragsende. - Wiese erfährt: Schlauer wäre es gewesen, noch 2000
auszusteigen, dann hätte er mehr Geld gekriegt.“
Kommentar
des LV-Geschädigten:
„Also, um so erstaunlicher finde ich
ja den Hinweis vom Deutschen Ring, und zwar vom Serviceteam, dass ich
bestraft worden bin, weil ich meine Versicherung bis zum Laufzeit-Ende erfüllt
habe.“
Leider
konnte Herrn Wiese niemand mehr helfen, da schon seit langem durch den BGH
festgestellt worden ist, dass man bei einer Lebensversicherung nur
Anspruch auf die garantierte Versicherungssumme hat. Überschüsse sind
nicht einklagbar. Letztlich erhält man also nach 30 oder mehr Jahren
seine eingezahlten Beiträge zurück, mit einem geringen Aufschlag, der
aber nicht ausreicht, um die inzwischen gestiegenen Lebenshaltungskosten
(erfahrungsgemäß das Vier- bis Fünffache in 30 Jahren!) auszugleichen
Deshalb
schließen wir uns der Einschätzung des BUND DER VERSICHERTEN in einer früheren
Ratgeber-Broschüre an:
„Sparen
für Dumme = Lebensversicherung!“
Das
war so, das ist so und das wird sich nach allen bisherigen Erfahrungen mit
dieser Branche nicht ändern!
Am
Schluß der TV-Sendung dachte die Moderatorin dann noch laut darüber
nach, dass viele Lebensversicherer durch ruinöse Geldgeschäfte vor der
Pleite stehen, dies aber nicht mehr das Problem des LV-Geschädigten
Karl-Heinz Wiese sei.
Mittlerweile
häufen sich die Berichte, wie schlecht es einem Drittel der
LV-Unternehmen geht, weil sie Milliarden Gelder durch dilettantische
Anlagegeschäfte vernichtet haben. So kann man immer mehr Fachberichte
lesen, in denen bestimmte Namen wiederholt genannt werden, wenn es um
drohende Pleiten von Lebensversicherern geht.
Auch
der inzwischen von der staatlichen Versicherungsaufsicht entwickelte und
mit allen LV-Unternehmen durchgeführte „Stresstest“ sorgt in der
Branche und bei aufgeklärten Verbrauchern für viel Unruhe.
Wer
unsere Webseite aufmerksam verfolgt, weiß über Sinn und Unsinn einer
Kapitalversicherung oder Privatrente so gut wie alles und kann jetzt nicht
mehr behaupten, nichts von dem immer größer werdenden Übel gewusst zu
haben.
In
den Medien konnte man lesen:
g
"Trotz
sinkender Erträge Kapital-Lebensversicherungen nicht übereilt kündigen“
Wir
können dies nur als „Beihilfe zum ‚legalen Betrug’“ empfinden,
wenn den Verbrauchern eine solche Berichterstattung entgegen allen
Ergebnissen und Negativerfahrungen erschütterter
Lebensversicherungs-Geschädigter zugemutet wird.
Man darf die Frage
wagen, ob die Verantwortlichen in den Redaktionen wirklich so blind sind
oder ob sie mit den „legalen Betrügern“ gemeinsame Sache machen –
auf deutsch: Die Anzeigenkunden (= Versicherungsbranche) sind ihnen lieber
als die „legal Betrogenen“ (= betroffene Zeitungsleser).